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Journalismus im Zeitalter von Social Media & Co.

Autor: Axel Wagner (Seite 1 von 3)

Sportbuzzer: Bundesliga-Magazin für die Hosentasche

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Verbraucherinformation in eigner (und guter Sache): Das Sportbuzzer-Bundesliga-Magazin gibt’s jetzt auch als App.

Print können wir. Eine Woche vorm Saisonstart am 14. August haben die Sportkollegen von GT und Sportbuzzer unter der Regie von RND-Sportchef Marco Fenske ein 1a-Print-Magazin auf den Markt gebracht. Randvoll mit Vorschauen auf den „kleinen“ und „großen“ Fußball, mit Kolumnen aller 18 Erstliga-Manager, Spielplan und Analysen.

Digital können wir auch. Die gedruckte Beilage war erst der Anfang, das Magazin gibt’s auch als App für Android- und Kernobst-Geräte. Bundesliga für die Hosentasche. Aktuell und sehenswert.

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Hier geht’s zu den Downloads:

 

(Übernommen von Christoph Oppermanns Blog)

Woran Periscope (noch) scheitert

Foto: Twitter

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Gerade kann man es schön beobachten: Welt-Reporter Martin Heller berichtet live von den Protesten gegen den G7-Gipfel (Teil 2 hier) – mit Periscope, dem neuen Videotool von Twitter.

Wo früher große TV-Teams mit Satellitenübertragungswagen benötigt wurden, reicht heute ein Journalist mit Smartphone. Mehr noch: Die Zuschauer/Nutzer können sich direkt beteiligen, können Fragen stellen. Heller versucht, sie zu beantworten, auch indem er mit den Organisatoren der Demo spricht. Alles geht live und ungeschnitten direkt ins Netz.

Das ist eine neue, viel versprechende Form des Journalismus. Im großen Stil scheitert sie aber im Moment noch an technischen Hürden. Denn das Mobilfunknetz in Deutschland ist längst nicht so gut ausgebaut, wie es uns die Telekom und Vodafone gerne weismachen möchten. Hinzu kommen die unverhältnismäßig hohen Kosten für die mobile Datenübertragung hierzulande. Das wird sich, auch mit Blick auf die zunehmende Nachfrage nach höheren Datenraten, ändern müssen. WiFi-Hotspots, seien sie kommerziell wie die von Telekom und Kabel Deutschland oder privat wie die der Freifunk-Initiative, sind leider zu rar gesät und haben meist eine zu geringe Reichweite, um die für eine solche Videoübertragung notwendige Verbindungssicherheit zu gewährleisten.

Außerdem gilt es, noch einen weiteren Punkt zu beachten: Eine solche Liveübertragung birgt immer die Gefahr, dass auch Informationen in die Welt geschickt werden, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Beispiel GNTM: Dort twitterte Bild-Reporter Daniel Cremer munter von der Bombendrohung und wechselte gleich auf Periscope, als Pro Sieben diese Info noch zurückhielt – aus gutem Grund wohlgemerkt, denn eine solche Drohung könnte in einer großen Halle allzu leicht eine Panik auslösen. Dass das nicht passiert ist, ändert nichts am Risiko. Und das bedeutet, dass Journalisten, die mit Periscope arbeiten, umso stärker darauf achten müssen, was „über den Sender geht“.

Readly: Zeitschriften-Flatrate startet in Deutschland

In Sachen Bezahlung für Journalismus tut sich nun auch hierzulande nach Langem etwas. Nein, ich meine nicht das eher maue Laterpay-Ergebnis von Richard Gutjahr, sondern Blendle und Readly.  Meedia vermeldete gestern Abend, dass der Springer-Verlag und die New York Times bei Blendle einsteigen. Und auch wenn Mitgründer Alexander Klöpping sich nicht auf einen Deutschland-Start festlegen will, ist der Springer-Einstieg doch zumindest ein Indiz, dass Blendle auf absehbare Zeit auch hierzulande eingeführt werden könnte.

Schon fix ist dagegen der Start von Readly aus Skandinavien in Deutschland. Das Konzept so einfach wie vielversprechend: Der Leser zahlt 9,90 Euro pro Monat und hat dafür Zugriff auf eine ganze Reihe von Zeitschriftentiteln aus unterschiedlichen Verlagen. Fernsehzeitschriften wie „TV direkt“ sind dabei, Automagazine, die unvermeidlichen Klatschzeitschriften wie „Frau im Spiegel“ oder „Closer“, aber auch Spezialtitel wie die Flugzeitschrift „Modell Aviator“. Fixe Kosten, große Auswahl  – das könnte was werden.

Die App gibt es für Geräte aus der Apfel-Schmiede, für Android und Windows 8. Der erste Monat ist kostenlos.

Zum Thema:

Interview mit den Blendle-Gründern Alexander Klöpping und Marten Blankenstejn

Guardian über Döpfner: Ein Mann auf einer Mission

Guardian-Journalist Philip Oltermann befasst sich heute online mit dem Kampf von Springer-Chef Matthias Döpfner gegen Google. Döpfner habe den Suchmaschinenbetreiber bei seinem Auftritt auf dem Global Media Forum am Montag in Bonn dafür kritisiert, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen. Er verglich Google dabei mit jemandem, der 91 Prozent der Straßen in Deutschland besitze und daher bestimme, dass nur bestimmte Fahrzeugtypen darauf fahren dürften. Oltermanns Bemerkung zu diesem Vergleich:

This is the height of hypocrisy coming from a media empire which for decades abused its dominant market-position in the German media to impose a reactionary agenda on policymakers.

Den ganzen Artikel gibt es hier zum Nachlesen.

Lesetipp: SZ-Digitalreportage zum Thema Rausch

Wie Reportagen heute aussehen können, zeigt die Süddeutsche Zeitung heute mit einer Digitalreportage zum Thema Rausch. Responsive Design, interaktive Elemente, Videos und ein anklickbarer Zeitstrahl zeigen, was man mit solchen Themen anfangen kann, wenn man sie digital richtig aufbereitet.

Lesetipp: Zuschauer sind mit der ARD unzufrieden

Focus.de berichtete gestern Abend über eine neue Studie der forum! Marktforschung:

Es ist ein Armutszeugnis für die deutsche Fernsehlandschaft. Laut der Studie Fanfocus ist nur gut jeder zehnte Zuschauer zufrieden und an den Sender seiner Wahl gebunden. Dem miesen Ergebnis setzt die ARD die Krone auf – nur ein privater Sender kommt genauso schlecht weg.

Insgesamt 65 Prozent der Befragten sind demnach unzufrieden mit dem Programm des Ersten, 46 Prozent der Zuschauer sind sogar „Terroristen“ – so bezeichnen die Macher der Studie Menschen, die unzufrieden sind, dies öffentlich kundtun und damit dem Unternehmen schaden. Kein Wunder bei dem, was dort seit einigen Jahren geboten wird. Satire findet sich nur noch in den Dritten Programmen (auch wenn Extra 3 ab Oktober einmal monatlich ins Hauptprogramm darf), den Scheibenwischer-Nachfolger darf man getrost vergessen, die Ratgeber-Sendungen werden zugunsten der nervigen Checks eingestampft, und ansonsten findet sich da vor allem viel seichter Unterhaltungsbrei. Findet sich dann doch mal ein anspruchsvolleres Erfolgsformat ein, wird es meist irgendwo versendet.

Das ZDF steht nicht viel besser da – 55 % Unzufriedene insgesamt, 31 % „Terroristen“ -, wobei man hier offenbar die bessere Social Media-Strategie spürt. Den Spitzenplatz mit 22 % treuen Zuschauern hat der Kultursender Arte – auch kein wirklich gutes Ergebnis. An Topmodel- und Raab-Sender Pro Sieben scheiden sich die Geister: 19 % sehr zufriedene Zuschauer, gleichzeitig aber auch 29 % „Terroristen“.  Die übrigen Privatsender sortieren sich rund um den Durchschnitt von 11 % treuen Zuschauern ein. Insgesamt ein Armutszeugnis, das aber auch den Erfolg der neuen Video on demand-Dienste wie Amazon Prime Instant Video erklärt.

Die komplette Studie gibt es hier zum Nachlesen.

Vom Blog zur Zeitung

Wie Lokaljournalismus anno 2014 gehen kann, zeigt ein kleines Lokalportal aus Bayern. Die Tegernseer Stimme hat sich als Gegenöffentlichkeit zu den großen Marken etabliert.

Ein gut laufendes Lokalblog, schrieben die Medienseiten der überregionalen Presse schon vor Jahren. „Ich bezeichne die Tegernseer Stimme lieber als Online-Lokalzeitung“, sagt Mitgründer Peter Posztos heute. Ein Blog? Das klingt viel zu klein. Die Tegernseer Stimme hat täglich zwischen 4000 und 6000 Leser. Nicht viel – verglichen mit den großen Medienmarken. Bezogen auf die Leserschaft vor Ort ist es aber ein Riesenschnitt: Etwa 25.000 Menschen im Tegernseer Tal zählt Posztos zu seiner Zielgruppe.

Den ganzen Beitrag gibt es hier zum Nachlesen. Mehr Medien-Nachrichten, auch von der Re:publica und zum WDR-Reportage-Tool Pageflow, findet Ihr im Flipboard-Magazin.

Erkenntnis des Tages: „Google braucht uns nicht. Wir brauchen Google.“

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Diese anno 2014 bemerkenswerten Worte kommen von Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender bei Axel Springer, und sind in der aktuellen FAZ nachzulesen.

“Wir kennen keine Alternative, die auch nur ansatzweise vergleichbare technologische Voraussetzungen zur automatisierten Werbevermarktung bietet. (…) Wir kennen auch keine Suchmaschinen-Alternative zur Sicherung und Steigerung unserer Online-Reichweite”

(zitiert bei Meedia)

Schade nur, dass den Worten vermutlich nicht viel folgen wird. Google ist und bleibt das Nonplusultra in Sachen Suchmaschinen, aller Datenschutzbedenken und sonstiger Vorwürfe zum Trotz. Eine wirklich vielversprechende Alternative ist nicht in Sicht. Und auch in Sachen Werbung ist der Konzern ein mächtiger Wettbewerber.

Nachtrag: Thomas Knüwer hat die Äußerungen Springers kritisch kommentiert.

Journalismus: Später zahlen – oder gar nicht?

Neue Runde in der Debatte um die Finanzierung von Journalismus im Netz: Nachdem sich in den vergangenen Tagen schon in eigener Sache das Heddesheimblog, die Ruhrbarone und Markus Beckedahl damit befasst hatten, stellt nun Richard Gutjahr ein neues Bezahlmodell vor – und sagt:

Viele meiner Leser wollen bezahlen. Kein Wunschdenken, sondern belegt durch zig Spenden, die mich Woche für Woche erreichen. Und irgendwie auch nicht: Bezahlsyteme wie PayPal mit ihren horrenden Gebühren fressen Mikrospenden nahezu komplett auf.

Begegnen will er dem mit einem neuen Bezahlsystem namens LaterPay, das – ähnlich wie das kürzlich vorgestellte Blendle in den Niederlanden – mit einer Art Geld-Zurück-Garantie arbeitet. Ob das funktioniert? Ich habe da meine Zweifel. Womit Gutjahr allerdings eindeutig Recht hat: Die bisher bestehenden Zahlungsmethoden sind für den Nutzer zu kompliziert und für den Autor zu teuer.

Auch Andreas Grieß vom Medienportal youdaz.com hat sich zu diesem Thema geäußert und benennt „drei Lügen zur Finanzierung von Onlinejournalismus“, darunter die, dass Leser für gute Inhalte gerne zahlen:

In den meisten Fällen reden wir von freiwilliger Bezahlung, denn wirkliche Paywalls sind vor allem bei kleineren Projekten nach wie vor verpönt. Meine Beobachtung dabei: Die Mehrheit gibt kein Geld, weil die Reportage, das Video oder das Interview so gut sind, sondern weil die eigene Meinung geteilt wird.

Die kompletten Artikel und mehr zum Thema gibt’s in Notizen aus der Medienwelt, dem Flipboard-Magazin.

flipboardNachtrag: Christoph Oppermann liefert dazu eine lesenswerte, ausführliche Analyse.

Chromecast: Google bläst zum Angriff

Foto: Google

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Google hat es wieder getan: Der Suchmaschinenriese aus Kalifornien drängt mit Macht in den nächsten Markt vor und bietet mit Chromecast einen winzigen HDMI-Stick an, mit dem sich der Fernseher zum Smart-TV machen lässt. Youtube-Videos, Watchever, demnächst auch Maxdome und vielleicht auch bald Netflix – alle großen Streaming-Dienste lassen sich über den kleinen Stick abspielen. Bedient und konfiguriert wird er per App vom Smartphone oder Tablet – wobei die Steuerungs-App sowohl auf Android-Systemen als auch beim Konkurrenten Apple angeboten wird. Ein cleverer Schachzug.

Matthias Kremp hat Chromecast schon für Spiegel Online getestet und ist begeistert:

„Als ich den Google-Stick dann endlich ausprobieren kann, staune ich nicht schlecht. Egal ob ich es per Android-Smartphone oder per iPad versuche: Die Technik funktioniert problemlos. Die Bedienung ist sehr einfach. In Apps, die Chromecast unterstützen, erschient ein neues Symbol, das ich anklicken muss, um den aktuellen Bildschirminhalt auf meinem Fernseher ansehen zu können.“

Den kompletten Testbericht gibt es hier zum Nachlesen. Chromecast gibt’s für gerade einmal 35 Euro offline bei Media Markt und Saturn und online bei Amazon und im Google Play Store.

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