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Journalismus im Zeitalter von Social Media & Co.

Autor: Axel Wagner

1200 Leser nutzen GT-Service bei WhatsApp

Wo wir gerade beim Thema neue Verbreitungswege sind: Das Göttinger Tageblatt hat ja Mitte April einen WhatsApp-Service gestartet. Mit großem Erfolg, wie sich zeigt: Schon rund 1200 Menschen haben sich für den kostenlosen, täglichen Newsletter über den Messaging-Dienst angemeldet.

Weitere Infos zum neuen Service gibt es hier.

Instant Articles: Facebook will Verlage locken

Bild: Facebook

Bild: Facebook

Das Angebot, mit dem Facebook die Verlage ködert, klingt zunächst einmal verlockend: Redaktionen sollen nicht mehr wie bisher Links zu ihrer eigenen Website bei Facebook posten, sondern gleich ganze Beiträge einstellen. Im Umfeld ihrer Artikel dürfen sie die Werbeplätze selbst vermarkten und den Gewinn einstreichen, wenn Facebook den Verkauf übernimmt, bleiben ihnen immer noch 70 Prozent. Ach ja, und Einblick in die Nutzerdaten bekommen sie auch noch, schreibt Facebook in seiner Pressemeldung, und über gemeinsame Bezahlmodelle wird zumindest nachgedacht.

Zum Start sind neun große Player mit dabei: die New York Times, National Geographic, BuzzFeed, NBC News, The Atlantic, der Guardian, BBC News, der Spiegel und Bild. Zu sehen bekommen die Instant-Artikel erst einmal nur Nutzer von mobilen Kernobst-Geräten, Androiden dürften in Kürze folgen.

So weit, so gut. Einen großen Nachteil hat das ganze Projekt aber, zumindest aus Sicht von Medienunternehmen: Der Nutzer bleibt bei Facebook. Mark Zuckerbergs Truppe behält die volle Kontrolle und kann, vielleicht noch im Einklang mit den erwähnten großen Häusern, die Bedingungen diktieren. Damit wären alle bisherigen Versuche, Leser/Zuschauer/Nutzer bei Facebook abzuholen und auf die eigene Internetseite zu ziehen, für die Katz, und die wirtschaftliche Abhängigkeit vom blauen Riesen würde noch größer.

Was tun? Die Frage lässt sich, gerade für lokale Medien, meiner Meinung nach kaum beantworten, und das nicht nur, weil sie hier mit den „Großen“ um Aufmerksamkeit konkurrieren und Geld in gute Online-Inhalte stecken müssen. Facebook bietet den Verlagen die Chance auf mehr Leser und damit mehr (Werbe-)Einnahmen. Aber das Risiko ist hoch – für die Verlage.

Größer und breiter

Unter lautem Getöse hat Apple heute Abend seine neuen iPhone-Modelle vorgestellt. Ein Detail ist mir dabei besonders aufgefallen: Das iPhone 6 Plus kommt mit einem Landscape Mode daher. Soll heißen: Wird das Telefon quer gehalten, wechselt auch die Ansicht in einen Breitbildmodus. Bei Tablets ist das schon lange usus, für ein Smartphone aber bislang ungewöhnlich.
Interessant wird das vor allem für Nachrichten-Apps, von denen – zumindest auf dem Smartphone – bisher nur wenige den Wechsel von hochkant zu quer beherrschen.

Überhaupt dürfte das Smartphone mit dem größeren Bildschirm für Nachrichten- und Informationsangebote noch wichtiger werden, als es ohnehin schon ist, macht es doch Texte besser lesbar und das Einbinden von Bildern und Videos komfortabler. Und wenn die deutschen Mobilfunkanbieter es endlich schaffen, mit einer flächendeckenden, schnellen Internetversorgung aus dem Quark zu kommen, dürften gerade Videos bald zum Alltag auch der News-Apps auf dem Handy werden.

Videotipp: Nachlese zum Forum Lokaljournalismus

In Bayreuth ist am Freitag das Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung zu Ende gegangen. Das drehscheibe-Blog hat dazu ein interessantes Video veröffentlicht. Katharina Ritzer (Nordbayerischer Kurier), Julian Heck (freier Journalist), Andreas Kemper (Main-Post) und Holger Schellkopf (Mittelbayerische Zeitung) diskutieren über die Ergebnisse des Forums. Dabei nutzen sie Google Hangout – eine spannende, hierzulande noch viel zu selten genutzte Art für Journalisten, zu kommunizieren, sowohl untereinander als auch mit Lesern, Hörern, Zuschauern.

Das Storify der Drehscheibe zum Forum Lokaljournalismus gibt es hier:

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