Foto: Twitter

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Gerade kann man es schön beobachten: Welt-Reporter Martin Heller berichtet live von den Protesten gegen den G7-Gipfel (Teil 2 hier) – mit Periscope, dem neuen Videotool von Twitter.

Wo früher große TV-Teams mit Satellitenübertragungswagen benötigt wurden, reicht heute ein Journalist mit Smartphone. Mehr noch: Die Zuschauer/Nutzer können sich direkt beteiligen, können Fragen stellen. Heller versucht, sie zu beantworten, auch indem er mit den Organisatoren der Demo spricht. Alles geht live und ungeschnitten direkt ins Netz.

Das ist eine neue, viel versprechende Form des Journalismus. Im großen Stil scheitert sie aber im Moment noch an technischen Hürden. Denn das Mobilfunknetz in Deutschland ist längst nicht so gut ausgebaut, wie es uns die Telekom und Vodafone gerne weismachen möchten. Hinzu kommen die unverhältnismäßig hohen Kosten für die mobile Datenübertragung hierzulande. Das wird sich, auch mit Blick auf die zunehmende Nachfrage nach höheren Datenraten, ändern müssen. WiFi-Hotspots, seien sie kommerziell wie die von Telekom und Kabel Deutschland oder privat wie die der Freifunk-Initiative, sind leider zu rar gesät und haben meist eine zu geringe Reichweite, um die für eine solche Videoübertragung notwendige Verbindungssicherheit zu gewährleisten.

Außerdem gilt es, noch einen weiteren Punkt zu beachten: Eine solche Liveübertragung birgt immer die Gefahr, dass auch Informationen in die Welt geschickt werden, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Beispiel GNTM: Dort twitterte Bild-Reporter Daniel Cremer munter von der Bombendrohung und wechselte gleich auf Periscope, als Pro Sieben diese Info noch zurückhielt – aus gutem Grund wohlgemerkt, denn eine solche Drohung könnte in einer großen Halle allzu leicht eine Panik auslösen. Dass das nicht passiert ist, ändert nichts am Risiko. Und das bedeutet, dass Journalisten, die mit Periscope arbeiten, umso stärker darauf achten müssen, was „über den Sender geht“.