Bild: Facebook

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Das Angebot, mit dem Facebook die Verlage ködert, klingt zunächst einmal verlockend: Redaktionen sollen nicht mehr wie bisher Links zu ihrer eigenen Website bei Facebook posten, sondern gleich ganze Beiträge einstellen. Im Umfeld ihrer Artikel dürfen sie die Werbeplätze selbst vermarkten und den Gewinn einstreichen, wenn Facebook den Verkauf übernimmt, bleiben ihnen immer noch 70 Prozent. Ach ja, und Einblick in die Nutzerdaten bekommen sie auch noch, schreibt Facebook in seiner Pressemeldung, und über gemeinsame Bezahlmodelle wird zumindest nachgedacht.

Zum Start sind neun große Player mit dabei: die New York Times, National Geographic, BuzzFeed, NBC News, The Atlantic, der Guardian, BBC News, der Spiegel und Bild. Zu sehen bekommen die Instant-Artikel erst einmal nur Nutzer von mobilen Kernobst-Geräten, Androiden dürften in Kürze folgen.

So weit, so gut. Einen großen Nachteil hat das ganze Projekt aber, zumindest aus Sicht von Medienunternehmen: Der Nutzer bleibt bei Facebook. Mark Zuckerbergs Truppe behält die volle Kontrolle und kann, vielleicht noch im Einklang mit den erwähnten großen Häusern, die Bedingungen diktieren. Damit wären alle bisherigen Versuche, Leser/Zuschauer/Nutzer bei Facebook abzuholen und auf die eigene Internetseite zu ziehen, für die Katz, und die wirtschaftliche Abhängigkeit vom blauen Riesen würde noch größer.

Was tun? Die Frage lässt sich, gerade für lokale Medien, meiner Meinung nach kaum beantworten, und das nicht nur, weil sie hier mit den „Großen“ um Aufmerksamkeit konkurrieren und Geld in gute Online-Inhalte stecken müssen. Facebook bietet den Verlagen die Chance auf mehr Leser und damit mehr (Werbe-)Einnahmen. Aber das Risiko ist hoch – für die Verlage.